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2. Testleserunde

Bild von Jan Steiner auf Pixabay
Bild von Jan Steiner auf Pixabay

Fünf Jahre ist es her, dass ich die erste Version von "Herzmond" zu Papier gebracht habe. In der Zeit dazwischen habe ich umgeschrieben - gelesen - umgeschrieben - gelesen - umgeschrieben. Immer wieder fiel mir etwas Neues ein, dass unbedingt noch seinen Platz in der Geschichte haben musste. Nicht selten passte es aber nicht zur Story, so dass diese angepasst und, wie oben bereits erwähnt, umgeschrieben werden musste.

Parallel setzte ich mich nach der 1. Testleserunde mit dem Thema "Selfpublishing" auseinander. Es gibt so viele wunderbare Seiten im Internet und gefühlt habe ich alle durchforstet. Und das hat eine Menge Zeit in Anspruch genommen.

 

Nun war es aber endlich soweit: Ich wollte die Meinung fremder Menschen zu meinem Manuskript hören und lesen. Ich muss zugeben, dieser Schritt war einer der schwersten und langwierigsten im ganzen bisherigen Prozess. Vergleichbar mit einem Spagat in Zeitlupe - ohne vorheriges Training!

Zunächst habe ich Facebook nach Seiten und Gruppen zum Thema Testlesen durchforstet und mich angemeldet. Als stille Mitleserin wollte ich erst einmal ganz unbeteiligt einen Einblick bekommen, wie das Ganze so abläuft. Viele angehende, aber auch bereits bekannte, Autorinnen und Autoren veröffentlichten dort ihr Gesuch und während ich mich so durch die Anfragen scrollte, blieb ich bei einem Text von Jana von Bergner hängen, die Testleser für ihren Roman "Für die Liebe und das Leben" suchte. Der Name der Autorin sagte mir nichts, aber der Text gefiel mir. Und schneller als ich mich versah, hatte ich auch schon eine PN an Jana geschickt, um mich als Testleserin anzubieten. Tatsächlich stand zunächst im Vordergrund, die andere Seite auch mal kennenzulernen und im Endeffekt war es das Beste, was mir passieren konnte. Ich lernte weiter dazu:

  • Ein Buch, dass man "testliest", liest man anders, als andere Bücher (schließlich will ich der Autorin/dem Autor ein umfang- und hilfreiches Feedback geben)
  • am Kindle fällt es mir schwerer Notizen zu machen als am Tolino, insgesamt mache ich in der Papierform noch mehr Notizen als am E-Reader.
  • Kritik ist wichtig (sowohl positive als auch negative)

Nachdem ich mich letztendlich durch mehrere Manuskripte gelesen und meinen Senf dazu abgegeben hatte, fing ich an, eine kurze Zusammenfassung über meine Geschichte zu schreiben ... und das dauerte wieder! Ich habe gefühlt eine Millionen Versionen zu Papier gebracht, bis ich mich mit einer ausreichend anfreunden konnte. Wieder ein ganz neues Lernfeld: kurz fassen, auf den Punkt kommen, neugierig machen.

 

Ich veröffentlichte also mein Testleser-Gesuch in zwei verschiedenen Gruppen. Insgesamt bewarben sich auf meine Anfrage sieben Frauen. Eine davon war Jana von Bergner, die sich angeboten hatte, auch meinen Roman auf Herz und Nieren zu prüfen. Vorab hatte ich mich mit dem Konvertieren in verschiedene Formate auseinander gesetzt und konnte somit meine Leserinnen mit mobi, epub und pdf beglücken. Eine weitere Leserin bekam das Manuskript von mir ausgedruckt.

Zusätzlich hatte ich einen Fragebogen entwickelt, der die für mich wichtigsten Fragen erfasste:

  • Funktionieren meine Figuren?
  • Werden sie so wahrgenommen, wie ich es beim Schreiben in meinem Kopf habe?
  • Ist die Story in sich stimmig und nachvollziehbar?
  • Gibt es Ungereimtheiten?
  • Hat die Geschichte erzählerischen Längen und wann geht sie zu schnell voran?
  • ...

Beides ging Ende September an die Testleserinnen und ich wartete nervös auf die Antworten. Drei Wochen hatte ich als Zeitraum zum Lesen angesetzt und als erste war die liebe Jana fertig und schickte mir den ausgefüllten Fragebogen zurück.

Ihre Antwort erwischte mich an einem Samstagabend, beim Karaoke in meiner Lieblingskneipe. Dem Handy-Zeitalter sei Dank ist man ja auch überall erreichbar und neugierig wie ich war, öffnete ich natürlich sofort die Mail von ihr.

 

Im ersten Moment sah ich nur Kritik! Puh!

Tatsächlich war das aber Quatsch und Jana sowie auch alle anderen nachfolgend eintrudelnden Nachrichten gaben mir konstruktive Rückmeldungen. Und im Endeffekt kritisierten sie genau die Punkte, die mir beim eigenen überabeiten ebenfalls immer irgendwie ein Bauchgrummeln verursachten.

 

Ich lasse das alles erst einmal sacken und werde dann frisch motiviert durchstarten. Es gibt nichts, was von den Rückmeldungen nicht umgesetzt werden kann und in meinen Augen machen die meisten Anmerkungen das Manuskript viel besser.

 

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